Weiterbildung zum Azubi-Coach
Mehr Informationen unter www.azubi-coach.com
In § 13 Berufsbildungsgesetz sind die Pflichten des Auszubildenden während der Lehre aufgeführt. Die wichtigste Pflicht aller Azubis und Azubinen lautet:
"Auszubildende haben sich zu bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist."
Wer also eine Berufsausbildung macht ist auch verpflichtet den Beruf zu lernen. Darüber hinaus gelten aber noch speziellere Pflichten.
Aufgaben sorgfältig ausführen | Auszubildende müssen die ihnen übertragenen Aufgaben sorgfältig ausführen. Allerdings muss auch die besondere Rolle des Lehrlings beachtet werden: Lehrlinge dürfen vom Ausbilder nur mit Aufgaben betraut werden, die ihr Können nicht übersteigen. Fehler kommen bei Azubis vor, insbesondere zu Beginn der Ausbildung. Normalerweise sollte immer ein Ausbilder in der Nähe sein, der deine Fehler erkennt und korrigiert. Falls ein Lehrling durch einen Fehler am Ausbildungsplatz einen Schaden anrichtet, gilt laut eines Grundsatzurteils des BAG folgendes:
Ob der Azubi zahlen muss oder nicht hängt also vom Grad der Fahrlässigkeit ab und ist in vielen Fällen vom Laien schwer zu beurteilen, da viele Aspekte berücksichtigt werden müssen. |
Anweisungen befolgen | Trägt ein Ausbilder oder auch ein Geselle oder Abteilungsleiter dir etwas auf, musst du den Auftrag ausführen. Hier gibt es allerdings Grenzen. Einem Azubi oder einer Azubine dürfen nur Aufgaben übertragen werden, denen sie körperlich gewachsen sind. Hier kann es zwischen männlichen und weiblichen Lehrlingen einen Unterschied geben, da weibliche Lehrlinge in der Regel über weniger Kraft verfügen, als männliche Lehrlinge. |
Regeln im Ausbildungsbetrieb beachten | Azubis und Azubinen müssen sich an die geltende Ordnung an der Ausbildungsstelle halten. (zum Beispiel Arbeitssicherheitsvorschriften und die Hausordnung) I |
Gegenstände sorgfältig behandeln | Natürlich musst du alle Gegenstände, mit denen du an deiner Ausbildungsstelle zu tun hast, vorsichtig und pfleglich behandeln. Bei grober oder normaler Fahrlässigkeit im Umgang mit Maschinen und Geräten droht eine Klage auf Schadensersatz. |
Die Ausbildung findet am Arbeitsplatz und in der Berufsschule statt. Der Auszubildende ist während der Lehre verpflichtet, die Berufsschule zu besuchen. Das gilt auch für vorgeschriebene Lehrgänge. Kannst du wegen Krankheit nicht am Unterricht teilnehmen, muss du dich bei deiner Lehrstelle krank melden, siehe Krankmeldung.
Wer einen Beruf lernen und die Lehre abschließen will, muss an der Zwischenprüfung und der (gestreckten) Abschlussprüfung teilnehmen. Kannst du wegen Krankheit nicht an einer Prüfung teilnehmen, muss du dich bei deiner Lehrstelle krank melden.
Wenn ein Azubi sich nicht korrekt krank meldet, kann dies unangenehme Konsequenzen haben. Laut Arbeitsrecht kann ihm eine Lohnkürzung, eine Abmahnung oder sogar die fristlose Kündigung drohen. Dieser kleine Ratgeber soll dir helfen, keine Fehler zu machen.
Vorlage der Krankmeldung beim Arbeitgeber | Wann und wie sich ein Arbeitnehmer beim Arbeitgeber krank melden muss, ist im Arbeitsrecht in § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. |
Formulare | Beim Arzt bekommt der Arbeitnehmer zwei Formulare: |
Krankmeldung in der Berufsschule | In der Berufsschule muss sich der Azubi entsprechend der Vorgaben durch den Klassenlehrer entschuldigen. Normalerweise gilt auch hier: Vor Beginn des Schultages im Sekretariat anrufen und Bescheid sagen. Dasselbe gilt, wenn du während anderer Ausbildungsmaßnahmen erkrankst, also zum Beispiel während eines Innungskurses. |
Erkrankung während der Arbeit | Wenn der Azubi während der Arbeit krank wird, muss er sich bei seinem Ausbilder abmelden und kann dann nach Hause oder zum Arzt gehen. Falls er aufgrund eines Betriebsunfalls erkrankt, sollte der Azubi das beim Arzt unbedingt angeben! |
Arzttermin während der Arbeit | Arzttermine sollte der Azubi immer außerhalb seiner Arbeitszeit vereinbaren. Bekommt er nur während der Arbeitszeit einen Termin, sollte er das im Vorfeld mit dem Arbeitgeber abklären und ihm eine Bestätigung deines Arztbesuches vorlegen. |
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall | Laut Arbeitsrecht muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer sechs Wochen lang den Lohn fortzahlen, wenn dieser erkrankt ist und sich korrekt krank gemeldet hat. Das ist in § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz |
Verspätungen | Der Auszubildende trägt auch für Verspätungen die Verantwortung. Er hat die Pflicht, bei Arbeitsbeginn im Betrieb zu sein. Für eine Verspätung kann der Azubi eine Abmahnung bekommen – auch wenn es nur zehn Minuten sind. Bei der dritten Abmahnung droht dann die fristlose Kündigung. Falls du im Betrieb zu spät kommst, solltest du dich deshalb immer aktiv entschuldigen und anbieten, die Zeit wieder reinzuarbeiten. |
Freie Arztwahl | Der Betrieb darf dem Azubi nicht vorschreiben, zu welchem Arzt er gehen soll oder verlangen, dass die Diagnose in der Krankmeldung bei einem anderen Arzt überprüft wird. Ausnahme: Falls der Azubi auffällig oft an einzelnen Tagen oder an Brückentagen fehlt oder wenn er sehr lange krank ist, kann der Betrieb den medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten. Dann wird der Azubi von einem Arzt der Krankenkasse untersucht, der die Diagnose überprüft. |
Verhalten während der Krankheit | Der Azubi darf während einer Erkrankung nichts tun, was den Heilungsprozess behindert. Das kann je nach Diagnose sehr unterschiedlich sein. In Extremfällen ist es sogar denkbar, dass ein Azubi während einer Krankmeldung in Urlaub fährt. |
Urlaubsanspruch | Krankheitszeiten haben keinen Einfluss auf den Urlaubsanspruch. Die Fehltage dürfen nicht auf den Urlaubsanspruch angerechnet werden. Im Gegenteil: Erkrankt der Azubi im Urlaub, werden im die erkrankten Tage nicht auf den Urlaub angerechnet, wenn er eine Krankmeldung vorlegt, siehe Urlaub |
Abmahnung / Fristlose Kündigung | Eine Verspätete Abgabe der Krankmeldung kann laut Arbeitsrecht bei einem Azubi eine Abmahnung zur Folge haben. Bei wiederholter fehlerhafter verspäteter Krankmeldung kann der Arbeitgeber sogar die fristlose Kündigung aussprechen, siehe Kündigung durch den Ausbilder. Dasselbe gilt natürlich, wenn ein Azubi statt einer echten Krankmeldung eine Fälschung vorlegt oder sich während der Krankmeldung nicht korrekt verhält. Wer mit Grippe zu einer Feier geht, riskiert seinen Ausbildungsplatz, denn er könnte ja vom Arbeitgeber oder Kollegen gesehen werden. |
Jeder Azubi muss während seiner Lehre ein Berichtsheft führen und dort seine Tätigkeiten vermerken . Das Berichtsheft ist der Ausbildungsnachweis. Mit ihm wird nachgewiesen, dass du an deinem Ausbildungsplatz auch deinen Beruf erlernt hast.
Der Azubi muss sein Berichtsheft regelmäßig führen. Der Ausbilder kann von ihm verlangen, dass er das Berichtsheft zu einem bestimmten Termin vorlegen muss. Kommt der Azubi dieser Pflicht nicht nach, droht ihm eine Abmahnung bzw. die Kündigung der Lehrstelle.
Der Ausbilder muss die Einträge kontrollieren. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, sollte der Azubi sein Berichtsheft trotzdem regelmäßig führen, denn er braucht vollständige Ausbildungsnachweise für die Zulassung zur Abschlussprüfung: Ein vollständiges Berichtsheft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.
Was viele Azubis nicht wissen: Fast für alle Berufe schreibt die Ausbildungsordnung vor, dass der Azubi sein Berichtsheft während der Arbeitszeit an der Lehrstelle führen darf!
Wenn ein Ausbilder vom Azubi verlangt, falsche Angaben in seinem Berichtsheft zu machen, sollte er sich nach der Probezeit wehren. Denn dies ist immer ein Hinweis darauf, dass die Ausbildung mangelhaft ist bzw. die Azubis oft ausbildungsfremde Tätigkeiten machen müssen. Alles, was in den schriftlichen Ausbildungsnachweisen steht, hast du offiziell an deiner Lehrstelle gelernt. Falls du später Schadensersatz wegen einer mangelhaften Ausbildung fordern will, ist das Berichtsheft der wichtigste Nachweis!
Berichtshefte können unterschiedlich aussehen. Es macht einen Unterschied, ob du Friseur, Koch oder Metallbauer lernst. Das Berichtsheft ist deiner Ausbildung angeglichen. Das Berichtheft besteht aber immer aus einem Deckblatt und den verschiedenen Berichten. Man kann das Berichtsheft in Heftform oder auch als Software kaufen bzw. downloaden und am Computer führen. Die jeweiligen Berichte können dann ausgedruckt werden. Manche Azubis müssen Tagesberichte schreiben, andere Wochenberichte oder Monatsberichte. Bei technischen Berufen werden manchmal auch Zeichnungen u.ä. verlangt.
Name, Vorname | _________________ | ||
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Datum/Unterschrift Auszubildender |
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Datum/Unterschrift Ausbilder |
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Der Azubi darf mit außenstehenden Personen nicht über Betriebsgeheimnisse reden, von denen er an seiner Lehrstelle erfährt. Betriebsgeheimnisse sind alle vertraulich anzusehenden Daten, wie zum Beispiel Informationen über Kunden, Lagerbestände, Preiskalkulationen, Patente oder auch spezielle Geschäftsgeheimnisse wie Rezepte.
Aber wie kannst du sicher wissen, ob es sich um ein Betriebsgeheimnis handelt oder nicht?
Dafür musst du dir zwei Fragen stellen: Ist es ein "Geheimnis", also nur einem bestimmten Personenkreis bekannt? Würde es dem Betrieb schaden, wenn die Informationen bekannt wird? Nur wenn du beide Fragen mit "Ja" beantworten kannst, handelt es sich um ein Betriebsgeheimnis.
Deine Pflicht, über Geschäftsgeheimnisse zu schweigen, gilt auch nach dem Ende der Ausbildung. Wenn der Azubi ein Betriebsgeheimnis ausplaudert und der Betrieb davon erfährt oder sogar deshalb Schaden nimmt, musst der Azubi mit einer Abmahnung oder mit einer Kündigung durch den Ausbilder rechnen. Unter Umständen kann der Betrieb auch zusätzlich Schadenersatz verlangen, wenn ihm durch den Verrat des Betriebsgeheimnisses ein Schaden entstanden ist.