Studieren ohne Abitur

Angebote für Fachkräfte

Weiterbildung zum/zur Studienberater/in
Weiterbildung zum Berufswahlcoach
Weiterbildung zum Inklusionscoach
Weiterbildung zum/zur Trainer/in für Kompetenzfeststellung und Potenzialanalyse
Weiterbildung zum Lerncoach
Weiterbildung Achtsame Lehrkraft

Institut für Bildungscoaching

Studieren ohne Abitur

Zulassung zum Studium ohne Abitur und Fachhochschulreife

Immer mehr Personen in Deutschland studieren ohne Abitur, seit 2007 hat sich die Anzahl fast verdoppelt.

Die Nachfrage nach dem Studium ohne Abitur ist in Deutschland so hoch wie nie zuvor: Sie umfasst jetzt einen Anteil von 2,1 Prozent der Studienanfänger. Damit hat sich die Quote gegenüber 2007 nahezu verdoppelt.


Dies ist vor allem auf die erleichterten Zugangsbedingungen zum Studium ohne Abitur zurück zu führen, die auf eine Empfehlung der Kultusministerkonferenz 2009 zurückgeht. Hier wurde angeregt, die sehr unterschiedlichen Regelungen zum Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte in den einzelnen Bundeländern zu vereinheitlichen.

Inzwischen gibt es in allen Bundesländern Regelungen, die den Zugang zum Studium ohne Abitur ermöglichen. Die Zugangsbedingungen in den Bundesländern unterscheiden sich dabei aber leicht.

Inzwischen können beruflich Qualifizierte in allen Bundesländern zum Studium zugelassen werden, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Zugang zum Studium mit Meistertitel oder gleichgestelltem Fortbildungsabschluss
    Der Meistertitel ist inzwischen der allgemeinen Hochschulreife gleichgestellt. Personen mit Meister-Brief können sich also an allen Hochschulen für alle Studiengänge bewerben.Das gleiche gilt, wenn man einen gleichwertigen Fortbildungsabschluss (z.B Fachwirt, Techniker oder Betriebswirt), Fortbildungen im Bereich IHK oder einen Abschluss an einer Fachschule oder Fachakademie (z.B. staatlich anerkannter Erzieher) hat.
  2. Zugang zum Studium durch beruflichen Abschluss plus Berufserfahrung
    Man kann auch studieren, wenn man nach dem Schulabschluss eine mindestens 2 -jährige Ausbildung absolviert hat in einer Fachrichtung, die dem Studiengang verwandt ist und in der Regel 3 Jahre berufstätig war. Hier muss oft zusätzlich eine Aufnahmeprüfung absolviert oder ein Probestudium bestanden werden.

Zugang zum Studium über den zweiten Bildungsweg

Wenn du nicht direkt für ein Studium zugelassen werden kannst – z.B. weil du nicht genügend Berufserfahrung hast – kannst du die Fachhochschulreife oder das Abitur auch über den zweiten Bildungsweg nachholen. Einen Überblick über die Möglichkeiten findest du unter Abitur nachholen oder unter Fachhochschulreife nachholen.

Weiterbildung zum/zur Studienberater/in

Studieren ohne Abitur an der Fernuniversität Hagen

Deutschlandweit gab es 2012 insgesamt 12.464 beruflich qualifizierte Studienanfänger.

Davon studieren 2.988 an der Fernuniversität Hagen, also über ein Viertel aller beruflich Qualifizierten. Dies liegt sicher auch daran, dass die Fernuniversität Hagen bei ihren Studienangeboten oft die Vereinbarkeit von Studium und Beruf gewährleistet.


Besonderheiten in den Bundesländern

Grundsätzlich gelten bei den Zugangsvoraussetzungen in allen Bundeländern ähnliche Regelungen. Es gibt unbeschränkte Zugänge zu den Hochschulen für Personen mit Meisterbrief oder gleichwertiger Fortbildung und in der Regel fachgebundene Zugangsmöglichkeiten für Personen mit einer Ausbildung und Berufserfahrung. Im Detail gibt es allerdings Unterschiede.


Studieren ohne Abitur in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg ist der Anteil der Studenten ohne Abitur und Fachhochschulreife unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Bundesländern. Es gibt in Bade- Württemberg sehr viele Sonderregelungen beim Zugang zu bestimmten Hochschultypen. Beruflich Qualifizierten mit Berufserfahrung ohne Meistertitel oder gleichwertige Fortbildung müssen vor dem Studium eine Eignungsprüfung bestehen.

Studieren ohne Abitur in Bayern
In Bayern ist der Anteil der Studenten ohne Abitur und Fachhochschulreife nur mittelmäßig im Vergleich zu anderen Bundesländern. Beim Zugang zum Studium durch die Meisterprüfung oder ähnliche Fortbildungen gilt: Wurde der Fortbildungsabschluss außerhalb von Bayern erworben, muss er durch die Hochschule als gleichwertig anerkannt werden. Beruflich Qualifizierte mit Berufserfahrung ohne Meistertitel oder gleichwertiger Fortbildung müssen in Bayern vor dem Studium eine Eignungsprüfung bestehen oder ein Probestudium absolvieren.

Studieren ohne Abitur in Berlin
Berlin hat eine sehr hohe Quote von Studenten ohne Abitur oder Fachhochschulreife.

Es werden auch bei beruflich Qualifizierten mit Berufserfahrung keine Eingangsprüfungen gefordert. Auch ausländische Berufsabschlüsse können anerkannt werden.


Studieren ohne Abitur in Brandenburg
In Brandenburg gelten stärkere Zulassungsbeschränkungen als in anderen Bundesländern. Es werden weniger Fortbildungsabschlüsse anerkannt und alle beruflich Qualifizierten können grundsätzlich nur ein fachgebundenes Studium aufnehmen.

Studieren ohne Abitur in Bremen
In Bremen gelten ähnliche Regelungen wie in den meisten Bundesländern: Personen mit Meisterbrief oder ähnlich hochwertigem Fortbildungsabschluss haben freien Zugang zum Studium, beruflich Qualifizierte mit Ausbildung und 3 Jahren Berufserfahrung haben in Bremen den fachgebundenen Hochschulzugang.

Studieren ohne Abitur in Hamburg
Hamburg liegt bei der Quote der Studenten ohne Abitur und Fachhochschulreife im Bundesländervergleich auf Platz 1. Für das Wintersemester 2015 soll zudem eine Quotenregelung in Kraft treten, die 3% der Studienplätze für beruflich Qualifizierte vorsieht.

Aber auch in Hamburg erhalten Personen mit abgeschlossener Ausbildung und Berufserfahrung nur den fachgebundenen Hochschulzugang.


Studieren ohne Abitur in Hessen
In Hessen sind die Zugangsbedingungen zum Studium ohne Abitur ähnlich wie in den meisten Bundesländern. Mit Meisterbrief oder ähnlicher Fortbildung besteht voller Zugang auch zu zulassungsbeschränkten Studienfächern. Beruflich Qualifizierte mit Ausbildung und Berufserfahrung haben den fachgebundenen Hochschulzugang bzw. müssen eine einschlägige Weiterbildung von mindestens 400 Stunden nachweisen, wenn sie in einem nicht verwandten Fach studieren möchten.

Studieren ohne Abitur in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Quote der Studenten ohne Abitur und Fachhochschulreife über dem Durchschnitt.

Der Hochschulzugang für Meister und Personen mit anderen hochqualifizierenden Fortbildungsabschlüssen ist unbeschränkt. Beruflich Qualifizierte mit 2-3-jähriger Ausbildung haben in Mecklenburg-Vorpommern die fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung, können aber über eine Erweiterungsprüfung ebenfalls die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erhalten.


Studieren ohne Abitur in Niedersachsen
In Niedersachsen hat sich das Hochschulsystem schon in den 70er Jahren für beruflich Qualifizierte geöffnet. Beruflich Qualifizierte in Niedersachen müssen eine mindestens 3-jährige Ausbildung abgeschlossen haben und über 3 Jahre Berufserfahrung verfügen. Die Hochschulen können auch eine andere gleichwertige Vorbildung, die studienfachbezogen ist, anerkennen.

Studieren ohne Abitur in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Studienanfänger ohne Abitur oder Fachhochschulreife in den letzten Jahren stark angestiegen. Da es das bevölkerungsreichste Bundesland ist liegst Nordrhein-Westfalen bei der Quote der Studienanfänger auf Platz 2 und der Anzahl der Studienanfänger im Bundesländervergleich auf Platz 1. Die Zugangsmöglichkeiten sind eher großzügig: Beruflich Qualifizierte ohne Meister oder entsprechende Fortbildung brauchen nur eine 2-jährige Ausbildung plus 3-jährige Berufserfahrung und müssen keine Eignungsprüfung bestehen.

Studieren ohne Abitur in Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz ist die Quote der Studenten ohne Abitur vergleichsweise hoch. Mit Meisterbrief oder gleichwertiger Fortbildung besteht auch hier uneingeschränkter Hochschulzugang. Beruflich Qualifizierte mit 2-jähriger Ausbildung und mindestens 2 Jahren Berufserfahrung haben unbeschränkten Zugang zu Fachhochschulen, wenn Sie in ihrem Abschluss mindestens die Note 2,5 bzw. 10 Punkte erreicht haben.

Studieren ohne Abitur im Saarland
Im Saarland gelten ähnliche Zugangsvoraussetzungen wie in den meisten Bundesländern. Mit Meisterbrief oder gleichwertiger Fortbildung uneingeschränkt, ansonsten mit 2-jähriger Ausbildung und 3 Jahren Berufserfahrung ein fachgebundener Zugang. Die Quote der Studenten ohne Abitur ist im Saarland aber sehr gering und liegt bei nicht einmal 0,5 Prozent. Das Saarland ist im bundesweiten Vergleich das Schlusslicht.

Studieren ohne Abitur in Sachsen
Seit 2013 wurden in Sachsen die Zugangsbedingungen zum Studium ohne Abitur und Fachhochschulreife deutlich erleichtert und dem Standard anderer Bundesländer angeglichen. Mit einer mindestens 2-jährigen Berufsausbildung und 3 Jahren Berufserfahrung erhält man die fachgebundene Hochschulzulassung, es ist aber eine Eignungsprüfung erforderlich. Die Quote der Studienanfänger ohne Abitur oder Fachhochschulreife ist in Sachen sehr niedrig.

Studieren ohne Abitur in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt gelten im Grunde die gleichen Zugangsregelungen wie in Sachsen. Zusätzlich müssen beruflich Qualifizierte neben der Ausbildung und Berufserfahrung mindestens den Realschulabschluss vorweisen können. Auch in Sachsen-Anhalt die die Quote der Studierenden ohne Abitur und Fachhochschulreife niedrig.

Studieren ohne Abitur in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein gelten die gleichen Bedingungen wie in den meisten Bundesländern, aber es gibt noch einige Besonderheiten: Man kann sich ohne Prüfung für ein Probestudium einschreiben, wenn man eine Berufsausbildung mit mindestens 3,0 abgeschlossen hat und 5 Jahre berufstätig war. Außerdem kann man sich als beruflich Qualifizierter in Schleswig- Holstein unter bestimmten Voraussetzungen direkt in Master-Studiengänge einschreiben.

Studieren ohne Abitur in Thüringen
Thüringen liegt bei der Quote der Studenten ohne Abitur und Fachhochschulreife im Mittelfeld. Mit einer Berufsausbildung und 3-jähriger Berufserfahrung erhält man nach erfolgreicher Eignungsprüfung die fachgebundene Hochschulzulassung. Meister, staatlich geprüfte Techniker und Betriebswirte u.ä. erhalten die allgemeine Hochschulzulassung.


Übersicht über die Studienanfänger in den Bundesländer

In der Übersicht wird deutlich, dass es große Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Während das Saarland mit einer Quote von 0,46% das Schlusslicht bildet, sind in Hamburg 4,54% der Studienanfänger beruflich qualifizierte Personen.

Weiterbildung zum Inklusionscoach

Übersicht: Studienanfänger ohne Abitur und Fachhochschulreife nach Bundeländern 2012

Bundesland
Studienanfänger Quote
Studienanfänger Anzahl

Baden-Württemberg

0,85%

678

Bayern

1,66%

1.181

Berlin

3,84%

1.220

Brandenburg

1,71%

166

Bremen

0,69%

51

Hamburg

4,54%

758

Hessen

2,78%

1.084

Mecklenburg-Vorpommern

2,83%

186

Niedersachsen

1,94%

684

Nordrhein-Westfalen

4,50%

5.299

Rheinland-Pfalz

2,70%

619

Saarland

0,46%

26

Sachsen

0,50%

104

Sachsen-Anhalt

1,19%

120

Schleswig-Holstein

0,58%

154

Thüringen

1,30%

134

Aufstiegsstipendium der Bundesregierung

Wenn du deine Ausbildung mit „sehr gut“ abgeschlossen hast (also mindestens 1,9 bzw. 87 Punkte) oder in einem der bundesweiten Leistungswettbewerbe gut abschneidest, kannst du ein sogenanntes Aufstiegsstipendium von der Bundesregierung erhalten.

Ein Aufstiegsstipendium kommt allerdings nur in Frage, wenn du ein Erststudium an einer staatlich anerkannten Hochschule in Vollzeit absolvierst.

Das Aufstiegsstipendium beträgt dann monatlich 670 Euro. Hinzu kommen noch 80 Euro Büchergeld im Monat und ggf. eine Betreuungspausschale, falls du Kinder hast, die unter 10 Jahre alt sind (113 Euro für das 1. Kind und 85 Euro für jedes weitere Kind).

Die Förderung erfolgt unabhängig vom Einkommen.