Weiterbildung zum Berufswahlcoach
Weiterbildung zum Berufseinstiegscoach
Mehr Informationen unter www.azubi-coach.com
Das Bewerbergespräch ist ein wichtiger Termin. Wenn du das Gespräch führst, solltest du ausgeruht sein und vorher ausreichend gegessen und getrunken haben, so dass du fit bist. Ein besonderes Augenmerk solltest du auf deine Kleidung richten. Deine Kleidung sollte ordentlich, sauber und nicht zu ausgefallen sein. Außerdem solltest du dich darin gut fühlen. Die Kleidung sollte nicht zu eng, nicht zu warm oder zu kalt sein. Bei bestimmten Berufen solltest du einen Anzug bzw. Kostüm tragen. Wenn du dich herrichtest gilt: Nicht zu viel Parfüm, nicht zu viel Schminke, nicht zu viel Schmuck. Piercings solltest du ggf. rausnehmen.
Der zweite Teil der Vorbereitung betrifft das Sammeln von Informationen. Je mehr du über deinen Ausbildungsberuf und den Ausbildungsbetrieb weißt, umso besser. Im Internet findest du dazu in der Regel Informationen. Außerdem solltest du dir Fragen überlegen, die du stellen möchtest. Mehr dazu unter Eigene Fragen
Bitte einen Bekannten oder ein Familienmitglied darum, mit dir ein Training zu machen. Ziehe dazu die geplante Kleidung an. Die andere Person schlüpft in die Rolle des Personalverantwortlichen. Damit das Training echt ist, solltet ihr das Gespräch von vorne bis hinten durchspielen, vom Handschütteln bis zur Verabschiedung. Die andere Person sollte im Training die Fragen stellen, die unter Typische Fragen und gute Antworten oder auch Stärken und Schwächen aufgeführt werden und sich ggf. auch weitere Fragen überlegen. Wichtig: Vor dem Gespräch solltest du dir unbedingt noch einmal deine Bewerbungsunterlagen anschauen, damit du genau weißt, was du geschrieben hast.
Und so läuft das Bewerbungsgespräch ab:
Zunächst erhältst du eine Einladung zu dem Gespräch. Hier ist genau vermerkt, wann und wo das Gespräch statt findet. Wenn du die Einladung erhältst, solltest du den Termin telefonisch oder schriftlich bestätigen. Stelle sicher, dass du pünktlich oder sogar fünf Minuten zu früh dort bist. Nimm die Einladung zu dem Gespräch mit.
Dann wirst du wahrscheinlich in einen Raum gebeten. Wenn du den Raum betrittst gilt:
Natürlich solltest du dich im Vorstellungsgespräch nicht verstellen. Aber du solltest dir vorher bewusst machen, was gerne gehört wird, und was weniger. So kannst du deine Antworten entsprechen abstimmten und das Richtige betonen.
Frage | Antwort | Gute Antwort weil... |
Sind sie gut hergekommen? | Ja danke, Ihre Wegbeschreibung in der Einladung war sehr gut. | Positiver Beginn, Lob für den Betrieb. |
Wie geht es Ihnen? | Danke gut. Ich bin nur ein wenig nervös, weil dieses Gespräch sehr wichtig für mich ist. | Ehrlich und selbstbewusst, Wertschätzung des Betriebes |
Warum haben sie sich für diesen Beruf entschieden? | Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können, habe ich ja bereits ein Praktikum in diesem Beruf absolviert und es hat mir sehr gut gefallen, weil ich viele verschiedene Arbeiten ausführen dürfte. Besonders gut an dem Beruf Kaufmann im Einzelhandel gefällt mit der Umgang mit Menschen. Ich berate und helfe ihnen gern bei der Kaufentscheidung. Außerdem macht mir der Umgang mit Zahlen Spaß, ich habe immer gerne gerechnet und bin darin sehr gut. | Überzeugende, selbstbewusste Antwort, Bewerber hat Praxiserfahrung und kennt den Beruf. Arbeitet gerne und packt gerne an. |
Wissen sie, wie die Berufsausbildung aussieht? | Ich denke schon. Ich habe mir den Ausbildungsrahmenplan im Internet angeschaut und war positiv überrascht wie vielseitig der Beruf ist. Der Umgang mit Kunden ist das eine, aber es gibt noch viele weitere Tätigkeiten. Logistik und Lager gehören dazu und im dritten Lehrjahr auch der Kassenabschluss. Außerdem muss man natürlich viel über das Sortiment wissen. | Bewerber hat sich gut informiert, selbstbewusste Antwort. |
Welche Voraussetzungen bringen sie ihrer Meinung nach für den Beruf mit? | Ich bin zum einen sehr kontaktfreudig und gehe gerne mit Menschen um. Es macht mir Spaß, auf sie einzugehen und herauszufinden, wie ich ihnen bei der Kaufentscheidung helfen kann. Ich bin außerdem sehr geduldig und belastbar. Ich glaube, dass auch für die Arbeit an der Kasse gut geeignet bin. Ich kann mich gut konzentrieren und bin gut im rechnen. | Es werden Fähigkeiten genannt, die wichtig für den Beruf sind. |
Welche Nachteile sehen sie in diesem Beruf? | Ich weiß, dass es unregelmäßige Arbeitszeiten gibt und dass man zum Beispiel am Samstag und abends lange arbeiten muss. Aber das nehme ich gerne in Kauf. | Ehrliche und überzeugende Antwort, realistische Einschätzung. |
Was haben sie in ihrem Praktikum gemacht? | Ich habe vor allem im Verkauf gearbeitet. Ich war in einem Bekleidungsgeschäft in der Damenabteilung tätig und habe die Kundinnen beraten. Ich habe auch im Lager und beim auszeichnen der Ware geholfen und dürfte an der Kasse assistieren. | Gute und kurze Beschreibung, Praxiserfahrung in wichtigen Bereichen des Berufes. |
Haben sie sich noch bei anderen Betrieben beworben? | Ja, ich habe einige Bewerbungen abgeschickt. Dies ist allerdings mein erstes Vorstellungsgespräch und wenn ich von ihnen eine Zusage bekomme würde ich mich für ihren Betrieb entscheiden. | Bewerber zeigt, dass er motiviert ist und sich mehrfach beworben hat. Wertschätzung des Betriebes, Verbindlichkeit. |
Warum wollen sie speziell in unserem Unternehmen eine Ausbildung machen? | Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen handeln sie ja auch mit Textilien und ich arbeite gerne mit dieser Ware. Zum anderen haben sie einen sehr guten Ruf als Ausbildungsbetrieb. Ihr Internetauftritt hat mich außerdem positiv beeindruckt und da sie ein großes Unternehmen sind, denke ich, dass ich hier viel lernen kann. | Bewerber hat sich gut informiert. |
Wie würden sie tun, wenn sie von uns eine Absage erhalten? | Natürlich wäre ich erst mal enttäuscht, da ich gerne in ihrem Unternehmen lernen würde. Aber ich würde mich dann sofort weiter intensiv bewerben und hoffen, dass ich einen anderen Ausbildungsplatz finde. | Bewerber zeigt, dass er mit Rückschlägen gut umgehen kann und stabil ist. |
Welche Schulfächer fallen ihnen leicht und welche schwer? Und warum ist das so? | Ich bin sehr gut in Deutsch und Mathematik. Weniger gut bin ich in reinen Lernfächern wie Geschichte und Erdkunde. Ich kann zwar auch Dinge auswendig lernen, aber lieber mag ich es, wenn ich mein Wissen anwenden kann oder mich sprachlich ausdrücken muss. Und ich glaube, dass man in den Dingen besser ist, die einen wirklich interessieren. | Überzeugende Antwort, Schwächen werden gut begründet |
Wie verstehen sie sich mit Mitschülern und Lehrern? | Ich komme in der Regel mit allen gut aus und bin beliebt. Auch wenn mir jemand nicht so sympathisch ist, finde ich es wichtig höflich miteinander umzugehen. | Bewerber ist beliebt und kommunikativ. Kann aber auch damit umgehen, wenn jemand ihn nicht mag. |
Warum haben sie ihre Schullaufbahn nicht fortgesetzt? | Der nächste Schritt wäre ja das Abitur gewesen und damit hätte ich mich für ein Studium qualifiziert. Ich möchte aber nicht studieren, sondern eine praktische Ausbildung machen und möglichst bald in einem Beruf arbeiten. | Bewerber zeigt, dass er Entscheidungen bewusst getroffen hat und weiß was er will. Bewerber ist mit seinem Leben zufrieden. |
Was halten ihre Eltern von ihrer Berufswahl? | Sie unterstützen mich darin. Mein Vater ist selbst Betriebwirt und freut sich darüber, dass ich einen kaufmännischen Beruf erlernen will. Meiner Mutter ist es vor allem wichtig, dass ich einen beruflichen Abschluss mache. | Ehrliche und überzeugende Antwort, es ist gut, wenn die Eltern die Berufswahl unterstützen. |
Haben ihre Eltern sie bei der Berufswahl beeinflusst? | Ich denke schon, dass mein Vater mich indirekt beeinflusst hat. Bei uns zu Hause wurde immer viel über wirtschaftliche Zusammenhänge diskutiert und dass hat mir eine kaufmännische Ausbildung natürlich näher gebracht. Aber die Entscheidung habe ich alleine getroffen, weil der Beruf mich interessiert. | Gute und kompakte Antwort, Bewerber hat eigene Meinung und ordnet sich den Eltern nicht bedingungslos unter. |
Können sie mir ein Beispiel für diese Diskussionen nennen? | Mein Vater ist im Export tätig. Und da geht es oft darum, welchen Einfluss ein starker oder schwacher Euro auf die Geschäfte hat. | Bewerber zeigt, dass er in der Frage zuvor ehrlich war und zeigt gleichzeitig Fachwissen und Interesse. |
Hatten sie ein Gespräch mit einer Berufsberaterin? | Ja, ich hatte einen Termin und habe auch einen Test absolviert. Das Ergebnis war, dass eine kaufmännische Ausbildung das Richtige für mich ist. | Gute Antwort, da die Berufswahl so abgesichert wird |
Welche Interessen haben sie? | Ich spiele Fußball im Verein und trainiere dort auch die E-Jugend. Außerdem lese ich sehr gerne oder beschäftige mich mit meinem Computer. | Bewerber ist sportlich und gesund. Engagement im Verein zeigt soziale Kompetenz und Teamfähigkeit, kommunikativer und geselliger Typ. |
Verletzen sie sich oft beim Fußballspielen? | Nein. Bei uns kommt es sehr selten zu Verletzungen. Wir sind ja keine Profis und gehen nicht so hart zur Sache. Ab und zu eine Schürfwunde muss man natürlich in Kauf nehmen. | Gute Antwort, da häufige Krankheit negativ ist. Bewerber ist aber risikofreudig und nicht zimperlich. |
Haben sie eine Schwerbehinderung oder eine körperliche Beeinträchtigung, die bestimmte Tätigkeiten für sie unmöglich machen? | Ja oder Nein | Ehrliche, klare Antwort |
In fast jedem Vorstellungsgespräch kommt irgendwann die Frage nach den Stärken und Schwächen. Da jeder Mensch viele Stärken und Schwächen hat, ist diese Frage eigentlich ein Intelligenztest:
Gelingt es dir, Schwächen zu nennen, die eigentlich Stärken sind?
Und gelingt es dir, Stärken zu nennen, die für den Beruf wichtig sind?
Trotz allem gilt es, ehrlich zu bleiben und keine vorgefertigten Antworten zu geben. Und natürlich solltest du nur Schwächen und Stärken nennen, die etwas mit dem Beruf zu tun haben. Da die Frage absehbar ist, solltest du dir vorher gründlich deine Antworten überlegen. Sprich doch mit Freunden und Familienmitgliedern darüber. Hier ein paar Beispiele für Schwächen:
"Ich bin oft überpünktlich und muss dann warten. Wie gerade eben. Da war ich wieder 20 Minuten vor Beginn des Vorstellungsgesprächs da und musste warten."
"Ich nehme es manchmal zu genau. Wenn ich mal mit etwas begonnen habe kann ich nicht mehr aufhören und arbeite an dem Problem, bis ich es gelöst habe. Manchmal sitze ich dann bis spät in die Nacht an einer Schulaufgabe, obwohl es besser wäre schlafen zu gehen und es am nächsten Tag ausgeruht noch einmal zu versuchen."
"Ich bin manchmal zu hilfsbereit und kann nicht NEIN sagen. Wenn man mich zum Beispiel im Verein fragt ob ich mit der E-Jugend auf eine Freizeit fahren kann. Dann sage ich ja und merke später, dass es mir eigentlich gar nicht so gut passt. Aber dann habe ich schon zugesagt."
"Ich bin sehr gerne gut integriert und es fällt mir deshalb manchmal schwer, meine Meinung zu sagen. In dem Verein in dem ich ehrenamtlich tätig bin, hätte ich zum Beispiel einige gute Ideen und Verbesserungsvorschläge. Aber es dauert dann immer lange, bis ich den Mut finde, was zu sagen."
"Ich bin manchmal zu hart mit mir selbst und erwarte zu viel von mir. Ich setze mich dann selbst unter Druck, wenn ich zum Beispiel in der Schule bestimmte Noten nicht schaffe."
Wichtig ist, dass du die genannten Schwächen und Stärken an konkreten Beispielen belegen kannst! Insgesamt ist es wichtig, nur eine oder zwei Schwächen zu nennen und dafür zwei oder drei Stärken, nicht mehr. Außerdem sollte man mit den Stärken anfangen, wenn die Frage offen gestellt wird. Bleib offen und selbstbewusst. Jeder hat Schwächen!
Manche Fragen sind verboten und du musst hier nicht die Wahrheit sagen. Wenn solche unzulässigen Fragen im Gespräch auftauen gilt es ggf. überzeugend zu lügen.
Frage | Antwort (ggf. gelogen...) |
Sind sie häufig krank? | Nein. Ich habe eine sehr gute Konstitution und bin sehr selten krank. |
Sind sie schwanger? | Nein! |
Wie sieht es mit Nachwuchs aus? Planen sie bald Kinder zu bekommen? | Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich überhaupt einmal Kinder haben will. In den nächsten Jahren auf jeden Fall nicht. |
Sind sie Mitglied in einer politischen Partei? | Nein, ich gehe zwar zur Wahl, aber bin politisch nicht engagiert. |
Sind sie Mitglied in einer Gewerkschaft? | Nein! |
Außerdem kann es sein, dass man dir noch Fachfragen zu deinem Beruf stellt. Hier geht es oft darum zu testen, wie du reagierst und ob du dich ausdrücken kannst. Ob du die Antwort kennst oder nicht: Versuche offen zu bleiben und gib zu, wenn dir ein Thema nichts sagt. Versuche auf ein Thema überzuleiten, mit dem du dich auskennst. Allerdings solltest du dich gründlich mit dem Unternehmen und deinem Beruf auseinandergesetzt haben, sonst kann es hier peinlich werden.
Es kann auch sein, dass du während des Bewerbergesprächs einen Test absolvieren musst. Mehr dazu erfährst du unter Einstellungstests
Früher oder später kommt im Bewerbungsgespräch der Moment, an dem es heißt: "Haben sie noch Fragen an uns?". Und die solltest du unbedingt haben, da du sonst nicht sehr motiviert wirkst. Wahrscheinlich interessiert es dich sehr, wie viel Ausbildungsvergütung du erhältst. Diese Frage solltest du auch stellen, aber erst nachdem du Interesse an deiner Ausbildung bekundet hast. Hier einige typische Fragen:
In dieser Checkliste haben wir noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Wenn du alle Punkte auf dieser Checkliste abhaken kannst, ist es wahrscheinlich gut gelaufen!
Hier noch ein paar spezielle Tipps:
Wir wünschen dir viel Glück im Bewerbungsgespräch!